Marvin Seidel und Daniel Hess unterlagen der Top-Paarung aus Korea. Foto: Claudia Pauli.

International

YGO 2025 | Weltklassespieler überzeugen

Begeisterung über Superstar Viktor Axelsen, Turnieraus für den Titelverteidiger im Herren-Einzel durch ein 23:25 im dritten Satz und Niederlagen u. a. auch für die beiden verbliebenen Paarungen des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV): Der dritte Veranstaltungstag der YONEX German Open 2025 in Mülheim an der Ruhr brachte erneut eine große Bandbreite an Emotionen mit sich.

Von Claudia Pauli

 

„Das war sehr viel Kopfsache. Wir haben eigentlich die Qualität, sie war nur nicht abrufbar – im ersten Satz gar nicht und im zweiten Satz erst nahezu ab 11. Dann sind wir deutlich reingekommen und konnten an unsere Leistung, Qualität und Möglichkeiten von Mittwoch anknüpfen“, meinte Jones Jansen, nachdem er und Thuc Nguyen (beide 1. BC Wipperfeld) ihr Achtelfinalspiel im Mixed gegen Dhruv Kapila/Tanisha Crasto verloren hatten. Mit 10:21, 19:21 mussten sich die Weltranglisten-48. des DBV am Donnerstag (27. Februar 2025) den an Nummer acht gesetzten Indern (Weltranglistenplatz 30) geschlagen geben, sodass die 66. Internationalen Badmintonmeisterschaften von Deutschland nun für sie beendet sind.

„Wir hatten einen klaren Plan, wie wir gegen sie spielen wollen. Aber sie haben ihre Taktik gleich vom ersten Ballwechsel an geändert, was uns ein bisschen aus dem Konzept gebracht hat. Wir haben uns ihr Spiel gestern angesehen und da haben sie deutlich anders gespielt“, so Jones Jansen. Der 32-Jährige ergänzte: „Ich glaube, wenn wir in den dritten Satz gegangen wären, hätten wir gute Chancen gehabt.“
Dass die YONEX German Open traditionell eines der am besten besetzten Turniere der Kategorie „HSBC BWF World Tour Super 300“ sind, zeigte sich nicht zuletzt anhand der Auslosung von Daniel Hess/Marvin Seidel (beide 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim): Die Weltranglisten-93. im Herrendoppel trafen bei der mit 240.000,- US-Dollar dotierten Veranstaltung im Achtelfinale auf die an Position sieben notierten Koreaner Kim Won Ho/Seo Seung Jae (Weltranglistenplatz 80) – und damit auf zwei absolute Weltklassespieler. Während sich Seo Seung Jae im Jahr 2023 zum Weltmeister im Herrendoppel und im Mixed kürte, gewann Kim Won Ho bei den Olympischen Spielen 2024 Silber im Gemischten Doppel. Die Asiaten entschieden die zum „Match of the Day“ am Donnerstag deklarierte Partie gegen die amtierenden Deutschen Meister letztlich mit 21:6, 21:12 für sich.

„Sie sind die besseren Badmintonspieler als wir. Es tut nur weh, dass sie so viel besser sind“, gab sich Marvin Seidel nach der Begegnung selbstkritisch. Sowohl der 29-Jährige als auch sein drei Jahre jüngerer Doppelpartner gaben sich jedoch auch zuversichtlich: „Ich lasse mich davon nicht demotivieren. Nächste Woche greifen wir wieder an! Und ich nehme von hier mit, dass die Leute nicht nur kommen, um uns gewinnen zu sehen, sondern auch, weil sie uns mögen“, meinte Daniel Hess. Marvin Seidel fügte hinzu: „Nachdem wir fünf Minuten Autogramme geschrieben und die Leute uns ein wenig getröstet haben, geht es schon besser.“

Der Tag der Achtelfinalspiele erwies sich auch für mehrere gesetzte Spielerinnen und Spieler als Endstation. So verlor etwa der Titelverteidiger im Herreneinzel, Christo Popov (Frankreich), als Nummer vier der Setzliste ebenso sein Match aus der Runde der besten 16 wie das an Position zwei notierte Mixed Hoo Pang Ron/Cheng Su Yin aus Malaysia. Auch die an Nummer drei und vier gesetzten Gemischten Doppel zogen am Donnerstag gegenüber der Konkurrenz den Kürzeren. Christo Popov, der Silbermedaillengewinner bei den European Games 2023, unterlag dabei dem Japaner Koo Takahashi trotz eines herausragenden zweiten Satzes letztlich mit 16:21, 21:6, 23:25.

Superstar Viktor Axelsen hingegen zog souverän ins Viertelfinale ein: Unter dem Jubel der Fans in der gut gefüllten Westenergie Sporthalle behielt der zweimalige Olympiasieger im Herreneinzel gegenüber dem U19-Weltmeister von 2023, Alwi Farhan aus Indonesien (Weltranglistenplatz 40), mit 21:13, 21:18 die Oberhand. „Es war sehr gut heute, ich habe besser gespielt als gestern“, meinte der topgesetzte Däne, der im zweiten Satz bereits mit 20:14 geführt hatte, dann aber vier Matchbälle vergab. „Er ist ein großes Talent und hat gezeigt, dass er in der Zukunft eine Rolle im weltweiten Badmintongeschehen spielen wird. Es hat großen Spaß gemacht, gegen ihn zu spielen“, lobte der 31-Jährige seinen zwölf Jahre jüngeren Kontrahenten.

Einen großen Dank für die Unterstützung sprach Viktor Axelsen dem Publikum bei den YONEX German Open aus, welches zur Begrüßung des zweimaligen Weltmeisters Dänemark-Fähnchen geschwenkt hatte. „Das hat mich sehr gefreut und hat sich angefühlt, als würde ich zuhause spielen“, so der Weltranglistenvierte. Im Viertelfinale trifft Viktor Axelsen am Freitag (28. Februar 2025) auf Jason Gunawan aus Hongkong (Weltranglistenplatz 42), der in der Runde der besten 16 Herren den Vorjahresfinalisten Rasmus Gemke (Dänemark; Weltranglistenplatz 29) in drei Durchgängen bezwang.

Weitere Informationen

Alle Ergebnisse der YONEX German Open 2025 sind auf der Veranstaltungswebsite unter www.german-open-badminton.de erhältlich. Die Firma YONEX fungiert in diesem Jahr bereits zum 37. Mal in Folge als Haupt- und Titelsponsor der Internationalen Badmintonmeisterschaften von Deutschland. Unterstützt werden die YONEX German Open u. a. auch von Westenergie, dem Namensgeber der Austragungsstätte.

Schlüsselwörter

Yonex German Open 2025

Weitere Neuigkeiten