Von links: Benjamin Tzschoppe, Ineke Block, Ruby Xu, Matti Hintze.

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Silber und Bronze für Deutschlands U15

Mit Silber im Mixed und Bronze im Mädchendoppel beendet Deutschland die U15-Europameisterschaften in Sotra so erfolgreich wie nie zuvor. Matti Hintze und Ineke Block sorgten mit einem dramatischen Halbfinalsieg für das Highlight, mussten sich im Finale jedoch der französischen Konkurrenz geschlagen geben. Auch Ineke Block und Ruby Xu standen auf dem Podest.

Von Redaktion

 

Silber und Bronze für Deutschland: Die U15-Europameisterschaften im norwegischen Sotra endeten für den Deutschen Badminton-Verband mit einem historischen Ergebnis. Matti Hintze und Ineke Block erreichten im Mixed das Finale und sicherten sich die Silbermedaille. Ineke Block und Ruby Xu komplettierten die erfolgreiche Bilanz mit Bronze im Mädchendoppel. Noch nie zuvor hatte Deutschland bei einer U15-EM zwei Medaillen bei derselben Austragung gewonnen.

Für den Höhepunkt sorgten Hintze und Block bereits im Halbfinale. Gegen die an Position eins gesetzte englische Paarung R. Le Masurier/A. Dodkins lieferten sich die Deutschen einen packenden Schlagabtausch. Nach einem hauchdünn mit 25:27 verlorenen ersten Satz bewiesen sie Nervenstärke, glichen mit 21:14 aus und behielten auch im dramatischen Entscheidungssatz die Oberhand. Mit 23:21 machten sie den Finaleinzug perfekt.

Im Endspiel wartete mit der französischen Kombination I. Bouchikhki/A. Tatranova erneut eine anspruchsvolle Aufgabe. Die Franzosen hatten sich im bisherigen Turnierverlauf als äußerst stark erwiesen und fanden auch gegen das deutsche Duo die richtigen Mittel. Vor allem mit druckvollen Aufschlägen und einer gezielten Spielgestaltung gelang es ihnen, Ineke Block aus ihren Stärken zu nehmen und Matti Hintze unter Druck zu setzen.

Deutschland fand nur schwer in die Ballwechsel und konnte nicht seine beste Leistung abrufen. Mit 12:21 und 9:21 ging das Finale verloren. „Die beiden haben das sehr gut gemacht. Wir müssen anerkennen, dass sie an diesem Tag besser waren“, bilanzierte Chef-Landestrainer NRW Benjamin Tzschoppe. Trotz der Enttäuschung über die verpasste Goldmedaille überwog mit etwas Abstand der Stolz auf das Erreichte.

Bronze nach starken Auftritten im Mädchendoppel

Auch im Mädchendoppel war Deutschland im Halbfinale vertreten. Ineke Block und Ruby Xu hatten sich mit zwei umkämpften Erfolgen bis in die Runde der letzten vier gespielt. Besonders im Viertelfinale gegen die an Position vier gesetzten Däninnen R. Callesen/M. Toftgaard bewiesen sie ihre Nervenstärke und gewannen den Entscheidungssatz mit 21:17.

Im Halbfinale wartete mit der französischen Paarung C. Menegazzi Briquet/L. Prevost eine besonders hohe Hürde. Die Französinnen erwiesen sich als zu stark und setzten sich mit 21:10 und 21:9 durch. Für Block und Xu blieb damit die Bronzemedaille – ein weiterer wichtiger Erfolg für den deutschen Nachwuchs.

Dass ausgerechnet Frankreich bei beiden deutschen Paarungen im Weg stand, passt zum Gesamtbild der Meisterschaften. Die französische Delegation prägte das Turnier eindrucksvoll: Sie stand in vier Finals und gewann alle vier. Lediglich im Mädcheneinzel ging der Titel an eine Spielerin aus einem anderen Land. Die Erfolge unterstreichen, dass Frankreich nicht nur in der Weltspitze der Erwachsenen, sondern auch im Nachwuchsbereich hervorragend aufgestellt ist.

Ein Erfolg, der Perspektiven eröffnet

Für Tzschoppe ist das Abschneiden der deutschen Mannschaft deshalb mehr als eine Momentaufnahme. „Ich freue mich extrem über das Ergebnis. Zwei Medaillen bei einer U15-EM sind für uns etwas Besonderes“, erklärte der Chef-Landestrainer NRW. Gleichzeitig sei es wichtig, die Resultate richtig einzuordnen: Eine Medaille in jungen Jahren sei keine Garantie für eine spätere internationale Spitzenkarriere. Vielmehr beginne der langfristige Entwicklungsweg für die Talente gerade erst.

Die Ergebnisse seien dennoch ein positives Signal für die deutsche Nachwuchsarbeit. Lehrgänge, intensive Trainingsmaßnahmen und die gezielte Förderung junger Spielerinnen und Spieler sollen die Grundlage dafür schaffen, dass sich Talente kontinuierlich weiterentwickeln. „Das ist keine Garantie, erhöht aber die Wahrscheinlichkeit, dass wir irgendwann Spieler hervorbringen, die in der Weltspitze mitspielen können“, so Tzschoppe.

Mit Silber und Bronze kehrt die deutsche U15-Auswahl aus Norwegen zurück. Neben den Medaillen bleiben die Erfahrungen aus engen Spielen, die erfolgreichen Aufholjagden und die Erkenntnis, auch gegen die besten Nachwuchsnationen Europas bestehen zu können. Der historische Erfolg ist damit nicht nur ein Grund zur Freude, sondern auch ein Ansporn für die kommenden Jahre.

Die Ergebnisse der U15 EM in Sotra.

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