Besonders für Matthias Kicklitz ändert sich dadurch die Ausgangslage enorm. Der Deutsche hatte in der ersten Runde ohnehin ein Freilos und profitiert nun davon, dass Axelsen nicht antreten kann. Dadurch besteht die Chance, dass Kicklitz, sollte die Setzliste nicht mehr angepasst werden, automatisch im Achtelfinale steht und erst am Donnerstag ins Turniergeschehen eingreifen wird. Dort würde er voraussichtlich auf den Dänen Magnus Johannesen treffen, einen alten Bekannten aus gemeinsamen Jugendzeiten. Die beiden lieferten sich damals bereits zahlreiche spannende Duelle. Ihr bislang einziges Aufeinandertreffen im Erwachsenenbereich fand 2019 bei den Latvia Open statt, wo Johannesen als Sieger hervorging. Nun bietet sich für Kicklitz die Chance zur Revanche auf großer Bühne.
Yvonne Li und Miranda Wilson haben, genau wie Kicklitz, zumindest den Auftaktdienstag frei und steigen erst am Mittwoch ins Turniergeschehen ein, da sie in der ersten Runde ein Freilos erhalten haben. Für Wilson wird es jedoch gleich in der zweiten Runde eine schwere Herausforderung geben. Sie trifft auf die dänische Spielerin Julie Dawall Jakobsen, die im Jahr 2024 die Bronzemedaille gewann. Trotz dieser schwierigen Aufgabe bleibt Wilson optimistisch: „Ich weiß, dass sie als an Position 4 Gesetzte eine starke Gegnerin ist und zuletzt sehr gute Leistungen gezeigt hat. Aber das schreckt mich nicht ab – ich konzentriere mich auf mein eigenes Spiel und gebe mein Bestes.“
Alle weiteren deutschen Athlet*innen starten schon am Dienstag ins Turniergeschehen, sind aber teilweise vorher noch gefordert. Parallel zur unmittelbaren EM-Vorbereitung stehen für einige deutsche Spielerinnen und Spieler noch entscheidende Playoff-Spiele in der Bundesliga an. Malik Bourakkadi, Fabian Roth, Jan Colin Völker und Leona Michalski treten für Refrath an - Bjarne Geiss, Patrick und Franziska Volkmann für Wittorf, während Marvin Seidel und Daniel Hess für Bischmisheim im Viertelfinale zum Einsatz kommen. Diese wichtigen Partien finden am Wochenende statt, sodass einige Athletinnen und Athleten erst am Sonntagabend nach Horsens reisen können.
Trotz der verkürzten Vorbereitungszeit vor Ort zeigt sich das Team optimistisch und will die EM mit voller Entschlossenheit angehen. Bundestrainer Hannes Käsbauer spricht von einer positiven Grundstimmung und ist zuversichtlich, dass die Mannschaft schnell in den Wettkampfmodus findet.
„Wir werden den Montag für ein Training in der Haupthalle nutzen, um uns an die Gegebenheiten vor Ort zu gewöhnen. Wir freuen uns auf die EM und sind mit den Auslosungen insgesamt zufrieden. Zudem bin ich froh, dass Yvonne nach ihrer Verletzung zurück ist. Jetzt werden wir alles geben, und hoffentlich Runde für Runde unsere beste Leistung abrufen.“
Mit dieser Einstellung will das deutsche Team in Horsens angreifen und sich bestmöglich präsentieren.
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