Prävention sexualisierter Gewalt im Badminton

 

Der Verbandstag des Deutsche Badminton-Verbandes (DBV) hat am 16. Juni 2012 in Dessau in sein Satzungs- und Ordnungswerk die Verpflichtung aufgenommen, Maßnahmen gegen jegliche Gewalt im Sport zu fördern, unabhängig davon, ob diese Gewalt körperlicher, seelischer oder sexualisierter Art ist.

In § 2 der DBV-Satzung "Zweck und Aufgaben des Verbandes"
heißt es in Absatz 2 u.a:
"Zur Verwirklichung der Satzungszwecke hat der DBV folgende Aufgaben:
... 7. Die Förderung von Maßnahmen gegen jegliche Form von Gewalt im Sport, unabhängig davon, ob sie körperlicher, seelischer oder sexualisierter Art ist."

Ansprechpartnerin im DBV für alle Fragen zum Thema "Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport" ist Stefanie Müller, E-Mail: steffi.mueller @ t-online.de.

Zwei dsj-Broschüren: Handlungsleitfaden für Sportvereine...
...und Orientierungs-hilfe für rechtliche Fragen.

Deutsche Sportjugend erstellte Arbeitsmaterialien zum Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport
Hilfen für Vereine bei der Prävention und Intervention
(14.5.14) Zwei Broschüren der Deutschen Sportjugend (dsj) helfen Vereinsverantwortlichen, sich im komplexen Themenfeld der Prävention von sexualisierter Gewalt im Sport zu orientieren. Der „Handlungsleitfaden“ beschreibt, wie Sportvereine ein Präventionskonzept erstellen können. Die „Orientierungshilfe“ klärt über rechtliche Fragen auf.
Kultur der Aufmerksamkeit und des Handeln soll entwickelt werden
Das Thema muss wichtig genommen werden. Mit seiner großen Angebotsvielfalt bietet der Sport Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen viele Möglichkeiten, sich auszuprobieren und dadurch ihre eigenen Talente und Leidenschaften zu entdecken. Junge Menschen lernen dabei, Eigenverantwortung zu übernehmen und sich mit anderen als Team verbunden zu fühlen. Die entstehende Nähe und Bindung kann jedoch missbraucht werden und birgt dann das Risiko sexueller Übergriffe. Damit Kinder und Jugendliche ihre Persönlichkeit durch Sport entwickeln können, müssen sie vor Gewalt geschützt werden, seien sie physischer, psychischer oder sexualisierter Art. Eine Voraussetzung dafür ist eine Kultur der Aufmerksamkeit und des Handelns von Verantwortlichen.
Jede Sportorganisation sollte sich unter Berücksichtigung ihrer speziellen Strukturen mit dem Thema Schutz vor sexualisierter Gewalt befassen und geeignete Maßnahmen der Prävention in einem Konzept hinterlegen. Gerade für kleinere Sportorganisationen kann die Umsetzung eines solchen Präventionskonzepts sehr anspruchsvoll erscheinen. Gezielte Präventionsmaßnahmen sind jedoch ein Qualitätsversprechen für Kinder, Jugendliche und deren Eltern, dass im Verein sicher Sport getrieben werden kann.
Entwicklung eines Präventionskonzeptes
Zur Unterstützung hat die dsj deshalb in Zusammenarbeit mit dem Geschäftsbereich Sportentwicklung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) Arbeitsmaterialien zur Prävention von und Intervention bei sexualisierter Gewalt im Sport erstellt. Sie bauen auf den Entwicklungen in den Mitgliedsorganisationen auf und unterstützen alle im Sport Tätigen, ob ehrenamtlich oder hauptberuflich, sich präventiv mit der Thematik auseinanderzusetzen. Sehr viele Sportverbände und Sportbünde nutzen die dsj-Arbeitsmaterialien bereits in ihren Ausbildungskonzepten.
Unter dem Titel „Gegen sexualisierte Gewalt im Sport“ beschäftigen sich die dsj-Broschüren zum einen mit konzeptionellen und zum anderen mit rechtlichen Fragen. Der „Kommentierte Handlungsleitfaden“ beschreibt detailliert, wie Sportvereine ein Präventionskonzept zum Schutz vor sexualisierter Gewalt entwickeln können und was im Verdachtsfall zu tun ist. Die „Orientierungshilfe für rechtliche Fragen“ stellt die betreffenden Paragraphen und die Rechtsprechung vor und nimmt auch die Struktur von Sportorganisationen in den Blick.
Checkliste für präventive Bausteine
Mit diesen Arbeitsmaterialien unterstützt die dsj Sportverbände und -vereine darin, Präventionsmaßnahmen zu entwickeln, bis hin zu einem individuellen Präventionskonzept vor Ort. Beispielsweise kann anhand einer Checkliste überprüft werden, ob wesentliche präventive Bausteine bereits beachtet werden und wie weitere Handlungsschritte aussehen können. Die Erkenntnisse und Arbeitsergebnisse des Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich“ sind darin ebenso berücksichtigt wie die Konsequenzen, die sich aus dem „Gesetz zur Stärkung eines aktiven Schutzes von Kindern und Jugendlichen (Bundeskinderschutzgesetz) seit dem 1. Januar 2012 für den organisierten Sport ergeben.
Qualifizierung und Materialien
Auf der Grundlage der beiden Broschüren ist ein Qualifizierungsmodul entstanden. Dieses kann für die Aus- und Fortbildung sowie für die Schulung von Referent/-innen und die Qualifizierung von Sportvereinsmitarbeiter/-innen eingesetzt werden.

• Gegen sexualisierte Gewalt im Sport - Handlungsleitfaden für Sportvereine (pdf, 2 MB).
• Gegen sexualisierte Gewalt im Sport - Orientierungshilfe für rechtliche Fragen (pdf, 2 MB)
• Gegen sexualisierte Gewalt im Sport - Konzept für einen Qualifizierungsworkshop (pdf).
• Gegen sexualisierte Gewalt im Sport - PowerPointPräsentation für einen Qualifizierungsworkshop (ppt, 2 MB).
• Übersicht über zum Thema gehörende Arbeitsmaterialien bei dsj.de/Kinderschutz.
• Übersicht über andere dsj-Publikationen.

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DBV gibt Zusammenarbeit mit Opferschutzorganisation ZARTBITTER MÜNSTER bekannt
Ansprechpartner für Meldung von sexualisierter Gewalt 
Von Elke Kraut-Kleinschmidt
(20.8.12) Inzwischen sind, wie angekündigt, auf den verschiedenen Ebenen des DBV unterschiedliche Maßnahmen zum Thema „Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport“ umgesetzt worden.
Auf seinem 48. Ordentlichen Verbandstag am 16.6.2012 in Dessau hat der DBV in sein Satzungs- und Ordnungswerk die Verpflichtung aufgenommen, Maßnahmen gegen jegliche Gewalt im Sport zu fördern, unabhängig davon, ob diese Gewalt körperlicher, seelischer oder sexualisierter Art ist. Demgemäß müssen die Absolventen von Trainer-Aus- und -fortbildungen aller Lizenzstufen nach § 13 Absatz 3 der DBV-Trainerordnung einen „Ehrenkodex“ unterzeichnen, in dem sie sich zu einem entsprechenden Verhalten verpflichten. Das gilt ab sofort für alle A-, B-, C-Trainer/innen bzw. frühere FÜL-Absolventen als auch für Trainerassistent/innen (siehe untere Meldung vom 1.7.12).
Der DBV wird für seine Trainer/innen voraussichtlich ab dem kommenden Jahr eine modifizierte Ehrenerklärung unterzeichnen lassen und die Vorlage eines erweiterten polizeilichen Führungszeugnisses verlangen. Darüber hinaus wird das Thema „Schutz vor sexualisierter Gewalt“ künftig in den Trainerausbildungen des DBV und seiner Landesverbände thematisiert.

        

Kontaktmöglichkeit zu Zartbitter Münster telefonisch und online möglich
Ergänzend zur bereits bestehenden Kontaktmöglichkeit über die DBV-Ansprechperson Elke Kraut-Kleinschmidt (siehe oben) steht die Opferschutzorganisation „Zartbitter Münster“ als Ansprechpartner/Fachberatungsstelle für die Meldung sexualisierter Gewalt im Bereich des Deutschen Badminton-Verbandes und seiner Landesverbände zur Verfügung. 

Eine telefonische Erreichbarkeit der Ansprechperson Frau Kirsten Hansen ist an vier Wochentagen (montags, donnerstags und freitags von 10.00-12.00 Uhr und dienstags von 16.00-18.00 Uhr) unter der Telefonnummer 0251-4140555 gegeben.

Sie leitet die Anfrage dann auf Wunsch an einen männlichen oder weiblichen Berater weiter. In bestimmten Fällen kann eine Weitervermittlung auch an eine andere Fachstelle in der unmittelbaren Nähe des/der Ratsuchenden erfolgen.
Darüber hinaus bietet Zartbitter Münster eine Online-Beratung an. Unter dem Link www.muenster.org/zart-bitter sind der Zugang dazu sowie weitere Informationen zur Beratungsstelle und deren Angebote abrufbar.

  

Zartbitter Münster - Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt für Jugendliche ab 14 Jahren, Frauen und Männer
Tel.: 0251-4140555 - Facebook-Seite
www.muenster.org/zart-bitter

Die Beratungsstelle Zartbitter Münster richtet ihr Angebot an Jugendliche und Erwachsene, die in ihrer Kindheit sexuelle Gewalterfahrungen gemacht haben. Betroffene Jugendliche ab dem 14. Lebensjahr, Frauen und Männer können unterschiedlichste Unterstützungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen. Schwerpunkte der Arbeit sind die Beratung und Therapie (Einzel- und Gruppenangebote) von Betroffenen, Prozessbegleitung für Jugendliche, Präventionsangebote für Schulen, Projekte für Jugendliche und junge Erwachsene sowie MultiplikatorInnenfortbildungen für Menschen, die mit Jugendlichen arbeiten.
Alle MitarbeiterInnen nehmen regelmäßig an Team- und Fallsupervision teil.
Die Beratungsstelle ist in mehreren Arbeitskreisen der Stadt Münster vertreten und arbeitet eng mit anderen Institutionen zusammen.
Beratung findet nach telefonischer Vereinbarung statt. Sie können sich während der telefonischen Sprechzeiten, wenn Sie möchten anonym, an uns wenden, sich über unsere Angebote informieren und einen Termin für ein Erstgespräch vereinbaren.
Die Wartezeit für ein Erstgespräch beträgt in der Regel drei bis vier Tage, jedoch nicht länger als zwei Wochen. Krisenintervention versuchen wir innerhalb von 48 Stunden zu ermöglichen. Wenn Sie nicht alleine kommen möchten, können Sie gerne jemandem zum Gespräch mitbringen. Durch die paritätische Besetzung des Teams haben Sie die Möglichkeit, sich an eine Frau oder einen Mann zu wenden.

Unterzeichnung wird vor Ausstellung bzw. Verlängerung von Lizenzen gefordert
Ehrenkodex für Trainer
(1.7.12) Als eine Maßnahme zur Verwirklichung der Zielsetzung, Maßnahmen gegen jegliche Gewalt im Sport zu fördern, hat der DBV-Verbandstag festgelegt, dass Absolventen von Trainerausbildungen aller Lizenzstufen nach § 13 (3) der DBV-Trainerordnung künftig einen „Ehrenkodex“ unterzeichen müssen, in dem sie sich zu einem entsprechenden Verhalten verpflichten.
Die Lizenz ausgebende Stelle ist verantwortlich dafür, dass eiine unterzeichnete Ehrenkodex-Erklärung vor Ausgabe der Lizenz vorliegt. Die Vorlagepflicht gilt bei Neuausstellungen ab dem 1.7.2012. Bei älteren Lizenzen muss der Ehrenkodex einmalig bei Verlängerungen unterzeichnet werden.

Hier kann
die zu unterzeichnende Ehrenkodex-Erklärung runtergeladen werden. (pdf-Datei, Fassung 4.11.2014)

Über die Ausführungsbestimmungen hat der Vorsitzende des DBV-Ausschusses für Lehre und Ausbildung Martin Knupp, die Lizenz ausstellenden Stellen der Landesverbände und des DBV in einem Schreiben am 2.7.2012 informiert:

In den Verantwortungsbereich der Landesverbände fallen die Trainerlizenzen C-Breitensport, C-Leistungssport und Trainer-Assistent.
In den Verantwortungsbereich des DBV fallen die Trainerlizenzen B und A.
Folgende Punkte sind bei der Abwicklung zu beachten: 
1. An welcher Stelle der Ausbildung die Unterzeichnung erfolgt, ist der Lizenz ausstellenden Stelle überlassen. Wichtig ist, dass die Lizenz keinesfalls ausgestellt wird, ohne dass der unterschriebene Ehrenkodex vorliegt (ähnlich wie es bei der Erste-Hilfe-Bescheinigung praktiziert wird). Es empfiehlt sich, das Formblatt bereits zu verteilen, wenn das Thema in der Ausbildung angesprochen wird.
2. Der unterzeichnete Ehrenkodex ist andererseits höher anzusiedeln als etwa die Erste-Hilfe-Bescheinigung. Durch die Unterzeichnung kann sich ein Trainer bei eventuellen späteren Verfehlungen nicht darauf berufen: „Hab ich nicht gewusst“.
3. Der unterzeichnete Ehrenkodex muss der Lizenz ausstellenden Stelle im Original vorliegen. Ein E-Mail-Anhang sollte nicht anerkannt werden, obwohl ein elektronisches Dokument, das mit einer qualifizierten elektronischen Signatur nach dem Signaturgesetz versehen ist, auch möglich sein könnte.
4. Ein Formblatt des Ehrenkodexes muss dem Unterzeichner zur persönlichen Verwahrung mitgegeben werden.
5. Es wird der Lizenz ausstellenden Stelle empfohlen, die Ehrenerklärung für ca. zwei Jahre zu archivieren.
6. Macht ein Trainer in demselben Landesverband mehrere Lizenzen, so ist die Unterzeichnung des Ehrenkodexes nur einmal notwendig. Ein zum Beispiel für die Lizenz "Trainer-Assistent" unterzeichnete Erklärung behält auch für C-Breitensport und C-Leistungssport Gültigkeit. Das Alter, im welchem sich der Trainer bei der Unterzeichnung befindet, spielt keine Rolle.
7. Macht ein Trainer eine aufbauende Lizenz in einem anderen Landesverband, so ist die Unterzeichnung des Ehrenkodexes erneut notwendig. (DBV siehe 10.)
8. Trainer, die am 1.7. 2012 schon im Besitz von Lizenzen sind, müssen die Erklärung im Rahmen von Verlängerungen einmalig unterzeichnen. Sie muss demnach bei der ersten Lizenzverlängerung nach dem 1.7.2012 von der Lizenz verlängernden Stelle eingefordert werden. Es wird empfohlen, schon in der Ausschreibung von Trainerfortbildungsmaßnahmen darauf hinzuweisen und die Formblätter bei der Veranstaltung zu verteilen.
9. Zur Dokumentation der Abgabe wird den Landesverbänden und der Lizenz verwaltenden Stelle des DBV empfohlen, eine Datei anzulegen, in der Buch darüber geführt wird, von welchen Lizenzinhabern ein wann unterzeichneter Ehrenkodex vorliegt und wann das schriftliche Original des Ehrenkodexes (siehe 5.) aus dem Archiv entfernt worden ist. Eine solche Dokumentationsdatei wird langfristig auch deshalb unbedingt notwendig, weil es in den meisten Fällen ja zu mehrfachen Verlängerungen von Trainerlizenzen kommt. Im Fall von eventuellen Verfehlungen müssen der betreffende Landesverband bzw. der DBV nachweisen können, dass sie ihrer Aufklärungspflicht nachgekommen sind.
10. Für die Ausstellung von B- und A-Lizenzen muss die Erklärung bei der Lizenz verwaltenden Stelle des DBV nochmals vorgelegt werden..

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Frühere Meldungen

DOSB-Kampagne „Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport“
DBV will bis zum Verbandstag 2012 etliche Maßnahmen auf den Weg bringen
Von Elke Kraut-Kleinschmidt, Referatsleiterin Frauensport im DBV
(19.10.11) Nachdem sich das DBV-Präsidium bereits zu Beginn des Jahres 2011 zum Beschluss der DOSB-Mitgliederversammlung vom 4.12.2010 zum Thema „Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport“ bekannt hat (siehe untere Meldung vom 3.2.11), sollen in den kommenden Monaten diverse Maßnahmen auf verschiedenen Ebenen des Verbandes umgesetzt werden.
Bis zum Ende dieses Jahres wird es eine Abstimmung von Meldeketten mit externen Stellen (z.B. Kinderschutzbund, Opferschutzorganisationen) geben.
Eine Erweiterung der bestehenden DBV-Ehrenerklärung ist für Februar 2012 geplant.
Neben der Aufnahme von Inhalten zum Thema „Schutz vor sexualisierter Gewalt“ in die DBV-Ausbildungskonzeptionen werden momentan Ehrenkodizes für Trainer-Lizenzen und Lizenzverlängerungen erstellt, die dann von den Lizenzinhabern unterzeichnet werden müssen. Ebenso werden Ordnungsänderungen, soweit notwendig, erarbeitet. Diese Maßnahmen sollen spätestens bis Juni 2012 realisiert sein, um sie zum 48. Ordentlichen Verbandstag 2012 vorzulegen, sofern eine Zustimmung des Verbandstages erforderlich sein sollte.
Über weitere Entwicklungen zum Thema wird der DBV in regelmäßigen Abständen berichten. Weitere Infos dazu auch bei der DBV-Ansprechpartnerin für das Thema „Prävention und Schutz vor sexualisierter Gewalt“: Elke Kraut-Kleinschmidt, Tel.: 02534/2159, E-Mail: kleinsm @ uni-muenster.de.
Positionspapier des DOSB vom 25.3.2010 Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport (pdf-Datei).
Die DOSB-Erklärung Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport vom 3.12.2010(pdf-Datei).

Vom Landessportbund NRW entworfenes Plakat zu dem Thema.

DOSB-Kampagne "Prävention und Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport"

DBV schließt sich der Kampagne an und bittet seine Landesverbände um aktive Unterstützung

(3.2.11) Der DBV hat in einem Rundschreiben an die Landesverbände auf die in den vergangenen Monaten vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) eingeleitete Kampagne "Prävention und Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport" hingewiesen. Zu diesem Zweck wurde ein von der Leiterin des Referats Frauensport im DBV Elke Kraut-Kleinschmidt verfasstes Schreiben an die Landesverbände übersandt. Darin erklärt dss DBV-Präsidium, dass es die Position und die Initiativen des DOSB unterstütze und Maßnahmen überprüfe, die eine Umsetzung der vom DOSB gegebenen Handlungsempfehlungen auch im Deutschen Badminton-Verband gewährleisten sollen. Ferner werden in dem Schreiben Quellen angegeben, bei denen sich die Landesverbände mit Materialien zu dem Thema versorgen können. In dem Anschreiben werden die Landsverbände gebeten, "die Position des DBV-Präsidiums gegen jegliche Form sexualisierter Gewalt im Sport in Ihrem Zuständigkeitsbereich aktiv zu unterstützen". Das Rundschreiben im Wortlaut: 

Die Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hat am 4. Dezember 2010 in München die Erklärung "Prävention und Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport" verabschiedet. Mit dieser Erklärung soll eine gemeinsame Grundlage zum Umgang mit sexualisierter Gewalt im Sport für den unter dem Dach des DOSB organisierten Sport geschaffen werden. Das Thema „Sexualisierte Gewalt“ ist im letzten Jahr verstärkt öffentlich wahrgenommen und auf verschiedenen Ebenen diskutiert worden. Dabei handelt es sich um ein komplexes Problem unserer Gesellschaft, für das in den unterschiedlichsten Bereichen sensibilisiert werden muss. Schon im März 2010 ist dazu vom DOSB ein Positionspapier formuliert worden, in dem aufs Schärfste jede Form von Gewalt und Missbrauch in unserer Gesellschaft, insbesondere aber jede sexualisierte Gewalt und jeder Missbrauch an Kindern und Jugendlichen, verurteilt wird. Gleichzeitig sind dazu auch Handlungsempfehlungen veröffentlicht worden, die neben den vorhandenen Präventions- und Interventionsprogrammen von den verschiedenen Organisationen und Institutionen, also auch von Sportorganisationen, umgesetzt werden können. Das DBV-Präsidium unterstützt die Position und die Initiativen des DOSB und seiner Mitgliedsverbände und hat dazu Maßnahmen ergriffen, die eine Umsetzung der Handlungsempfehlungen gewährleisten sollen. Dazu gehören u.a. die Prüfung der DBV-Satzung und mögliche Änderungen, die Ergänzung der Ausbildungsinhalte innerhalb der Trainerausbildungen, die eventuelle Erweiterung einer Ehrenerklärung auf Basis der schon seit mehreren Jahren existierenden Ehrenerklärung im Rahmen der DBV-Athletenbetreuung sowie die Veröffentlichung aktueller Informationen zum Thema. Als Ansprechperson für das Thema „Prävention und Schutz vor sexualisierter Gewalt“ ist Elke Kraut-Kleinschmidt, auch Referatsleiterin Frauensport, vom DBV benannt worden. (Kontakt: Tel.: 02534/2159, Email: kleinsm@uni-muenster.de). Weitere wichtige Informationen für Sportvereine zum Thema „Prävention und Schutz vor sexualisierter Gewalt“, wie z. B. Mustertexte für einen Ehrenkodex, Adressen von Beratungsstellen usw. können im Internet auf den Seiten des DOSB (www.dosb.de/de/organisation/dosb-textsammlung > Gegen sexualisierte Gewalt) sowie auf den Seiten der jeweiligen Landessportbünde/Landessportverbände (z.B. beim LSB NRW unter www.lsb-nrw.de/lsb-nrw/politik/sport-sexualisierte-gewalt) abgerufen werden.

   

Zum Download:
Formblatt zur Ehrenkodex-Erklärung zur Ausstellung von Trainerlizenzen.
(pdf-Datei, Fassung 4.11.2014)


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