Bundesligasaison 2016/2017

1./2. Bundesliga – Neuerungen in der Saison 2016/2017
Final-Four um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft
Von Claudia Pauli

(31.07.2016) Wenn am 10. September für die Erstligisten und am 24. bzw. 25. September für die Zweitligisten die Saison 2016/2017 beginnt, müssen sich alle Beteiligten mit mehreren Änderungen im Vergleich zur vorangegangenen Spielzeit auseinandersetzen. Ziel ist es, darüber die Attraktivität der Bundesliga noch weiter zu erhöhen. Nachfolgend sind die wesentlichen Neuerungen zusammengefasst dargestellt.

Zählweise
In den Bundesligen findet ab der Saison 2016/2017 die Zählweise nach der Option 1 des „new experimental laws on scoring system“ in der am 13. April 2016 durch den Badminton-Weltverband BWF veröffentlichen Fassung Anwendung. Das bedeutet: Gespielt werden drei Gewinnsätze bis elf Punkte, wobei eine Verlängerung bis 15 Punkte möglich ist. Steht es 10:10, gewinnt die Seite, die zuerst zwei Punkte Vorsprung hat. Kommt es dabei zum Stand von 14:14, entscheidet der nächste Punkt (15:14).
Die Bundesligavollversammlung (BLVV) verspricht sich davon kürzere Spieldauern, sodass die Wettkampfzeiten einer Bundesligabegegnung insgesamt reduziert werden. Das ist gerade vor dem Hintergrund der nächsten Neuerung von Bedeutung.

Anzahl Matches pro Begegnung
In der 1. Bundesliga und in den beiden 2. Bundesligen werden neuerdings jeweils sieben Matches pro Begegnung ausgetragen. Im Badminton-Oberhaus steht somit ein Spiel mehr im Spielbogen als bislang (Erhöhung von 6 auf 7), in den beiden zweithöchsten deutschen Spielklassen gibt es ein Spiel weniger (Reduzierung von 8 auf 7). Für die Erstligisten kommt das 2. Herrendoppel hinzu, für die Zweitligisten entfällt das 3. Herreneinzel. Ab der Saison 2016/2017 werden in der 1. Bundesliga und in den beiden 2. Bundesligen somit folgende Matches absolviert: 1. Herreneinzel, 2. Herreneinzel, Dameneinzel, 1. Herrendoppel, 2. Herrendoppel, Damendoppel, Mixed.

Play-offs um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft
Der Modus zur Ermittlung des Deutschen Mannschaftsmeisters wurde grundlegend verändert: Qualifizierten sich bis dato nur die drei Vereine für die DM-Endrunde, die nach Beendigung der Punkterunde die Plätze eins bis drei in der Tabelle belegten, haben nunmehr sechs der insgesamt zehn Teams die Chance, sich den Hans-Riegel-Pokal zu sichern.
Eingeführt wurde ein Play-off-Viertelfinale, in welchem der Tabellendritte gegen den Tabellensechsten und der Tabellenvierte gegen den Tabellenfünften um den Einzug ins Play-off-Halbfinale spielen. Die beiden Vereine, die nach der Punkterunde auf den Plätzen eins und zwei rangieren, stehen automatisch in der Vorschlussrunde. Im Halbfinale trifft der Tabellenerste auf den am niedrigsten platzierten Sieger der Viertelfinalspiele.
Die vier Mannschaften, die nach Austragung der Viertelfinalspiele „noch im Rennen“ sind, ermitteln den Deutschen Meister im Rahmen eines „Final-Four“. Dieses findet an einem Wochenende und an einem – relativ weit im Vorfeld festgelegten – Ort statt. Die Ausrichtung des Turniers wird ausgeschrieben, sodass prinzipiell auch Vereine etc. die Organisation und Durchführung übernehmen können, die gar nicht unmittelbar ins Bundesligageschehen involviert sind. Während samstags die beiden Halbfinalpartien ausgetragen werden, erfolgt am Sonntagvormittag das Spiel um Platz drei, ehe am Sonntagmittag der Deutsche Mannschaftsmeister gekürt wird.
In den Viertelfinalbegegnungen hat derjenige Verein Heimrecht, der nach Abschluss der Punkterunde in der Tabelle besser platziert war.   

Aufstieg in die 1. Bundesliga
Zuletzt stiegen der Tabellenzehnte und der Tabellenneunte nach der Punkterunde automatisch aus der 1. Bundesliga in die jeweilige 2. Bundesliga ab. Umgekehrt hatten der Meister der 2. Bundesliga Nord und der Meister der 2. Bundesliga Süd das Recht, zur nächsten Saison in die Eliteklasse hoch zu rücken – sofern nicht bereits eine andere Mannschaft des Vereins im Badminton-Oberhaus aufschlug. In dem Fall ging das Aufstiegsrecht an den Vizemeister über.
Ab der Saison 2016/2017 steigt nur der Tabellenzehnte der 1. Bundesliga direkt ab. Der Tabellenneunte erhält die Möglichkeit, sich im Rahmen einer „Dreierrunde“ vor dem Abstieg zu „retten“. An dieser dürfen neben dem Tabellenneunten zudem die Meister der 2. Bundesliga Nord bzw. Süd teilnehmen. Diese sogenannte „Aufstiegsrunde“ wird ebenfalls an einem Wochenende und an einem – frühzeitig feststehenden – Ort ausgetragen. Auch für die Ausrichtung dieses Turniers ist eine Bewerbung möglich. Gespielt wird dabei nach dem Modus „jeder gegen jeden“, wobei der Tabellenneunte an den ersten beiden Spielen beteiligt sein muss. Die Meister der 2. Bundesligen treffen somit erst in der abschließenden Begegnung aufeinander. Welcher Zweitligist in Spiel 1 und welcher in Spiel 2 Gegner des Erstligisten ist, wird vor Turnierbeginn per Losverfahren entschieden.

Punktevergabe pro Begegnung
Diskutiert wird noch, inwieweit die Punktevergabe pro Begegnung modifiziert wird. In erster Lesung wurde der entsprechende Vorschlag bereits von der Bundesligavollversammlung beschlossen. Für die Einführung bedarf es allerdings eines gleichen Votums in zweiter Lesung. Diese erfolgt bei der Bundesligavollversammlung am 13. August 2016.
Um beiden Vereinen, die an einer Begegnung beteiligt sind, einen Anreiz zu bieten, bis zum Schluss um jeden Ball zu kämpfen, ist angedacht, bei einem Endstand von 7:0 bzw. 6:1 der Siegermannschaft drei Punkte für die Partie zuzusprechen. Geht diese 5:2 aus, soll der Gewinner zwei Punkte erhalten, steht es nach den sieben Matches 4:3, erhält der Gewinner zwei Punkte und der unterlegene Verein einen Punkt. Auch für die Zuschauer bliebe eine Begegnung bei dieser Form der Wertung bis zum Schluss spannend.

Weitere Informationen
Einzelheiten zu den erwähnten Änderungen sind im Nachschlagewerk „BADMINTON – Ausgabe 2016/2017“ nachzulesen, welches die Satzung und die Ordnungen des DBV sowie die aktuell gültigen Badminton-Spielregeln beinhaltet. Konkret ist in dem Fall die Bundesligaordnung mit den Durchführungsbestimmungen relevant. Das Handbuch steht sowohl als Druckwerk (käuflich zu erwerben über die Homepage des Meyer & Meyer Verlags unter www.dersportverlag.de) als auch als PDF-Dokument zum Herunterladen zur Verfügung.

Neuerungen auch 2017/2018
Schon jetzt steht fest, dass es auch in der Saison 2017/2018 wieder Veränderungen in der Bundesliga geben wird: Nachdem neuerdings in der 1. Bundesliga und in den beiden 2. Bundesligen kein Unterschied mehr hinsichtlich der Anzahl der Matches, die pro Begegnung ausgetragen werden, besteht, ist ab der Spielzeit 2017/2018 auch die Staffelgröße der beiden zweithöchsten deutschen Spielklassen identisch: Nach Beendigung der Saison 2016/2017 werden die beiden 2. Bundesligen hinsichtlich der Anzahl der teilnehmenden Mannschaften an die Eliteklasse angeglichen, sodass ab der Spielzeit 2017/2018 alle Bundesligen zehn Teams umfassen. „Dadurch steigt nach der aktuellen Saison in der Regel nur der Achte der 2. Bundesliga jeweils ab. Für die drei Mannschaften, die noch benötigt werden, um auf die Sollzahl zehn zu kommen, treffen die Gruppen im DBV entsprechende Regelungen zum vermehrten Aufstieg. Diese müssen vor dem 1. Spieltag der Saison 2016/2017 bekannt gegeben werden“, erläutert Arno Schley, der Vorsitzende des Ausschusses für Bundesligaangelegenheiten im Deutschen Badminton-Verband (DBV).
 

 

 

Die 10 Erstligisten in der Saison 2016/2017:

1. BC Saarbrücken-Bischmisheim I: Deutscher Mannschaftsmeister 2016
SC Union Lüdinghausen: Deutscher Vizemeister
TV Refrath I: Play-off-Halbfinalist
1. BC Beuel: Platz 4 Saison 2015/2016
1. BC Düren: Platz 5 Saison 2015/2016
1. BV Mülheim: Platz 6 Saison 2015/2016
TSV Trittau I: Platz 7 Saison 2015/2016
TSV Neuhausen-Nymphenburg: Platz 8 Saison 2015/2016
FC Langenfeld: Meister 2. Bundesliga Nord Saison 2015/2016 und Aufsteiger in die 1. Bundesliga
TSV Freystadt: Vizemeister 2. Bundesliga Süd Saison 2015/2016 und Aufsteiger in die 1. Bundesliga

 

 

 


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